6 Fragen an Jan-Benjamin Homolka
Ein Interview
Jan-Benjamin Homolka arbeitet als Dirigent mit zahlreichen Ensembles in der Region Stuttgart. Daneben ist er ein gefragter Arrangeur. Aufträge für Arrangements erhielt er unter anderem von Opernhäusern Stuttgart, Aachen, Nancy und Dijon, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Bundesjugendorchester und dem Ensemble Hanke Brothers.
Ihr erstes eigenes Stück:
Sobald ich die ersten Noten spielen konnte, habe ich natürlich experimentiert und zu erkunden versucht, was man so alles machen kann und dabei auch einige kleinere Schnipsel notiert. Den Anstoß, größere Stücke in Angriff zu nehmen, hat das Musizieren in der Familie gegeben. Meine Geschwister und ich haben die Instrumentenkombination Trompete, Horn, Cello und Posaune. Das ist keine Standard-Besetzung für die man einfach fertige Stücke aus dem Regal nehmen kann. Wenn wir etwas zusammen spielen wollten, waren zwei transponierende Blechblasinstrumente und die Lernniveaus meiner jüngeren Geschwister zu bedenken: So habe ich bereits an meinen ersten Stücken die Grundlagen von Tonsatz und Instrumentation an der Praxis erprobt und gelernt. Als dann vor einigen Jahren die Hanke-Brothers auf mich zukamen und mich um Stücke für ihre besondere Besetzung gebeten haben, kam mir die Aufgabe sehr bekannt vor.
Welche (anderen) Komponist*innen inspirieren Sie?
Das Selbstverständnis großer Komponisten der Barockzeit wie Bach oder Händel, die ganz selbstverständlich Instrumentalisten, Dirigenten, Ensemblemusiker, Komponisten und Arrangeure waren und sich selbst vermutlich schlicht als „Musiker“ bezeichnet hätten, finde ich sehr inspirierend. Heutzutage ist die Musikwelt oft hochspezialisiert, wir haben aus den Teilbereichen einzelne Berufsbilder gemacht und selbst beispielsweise innerhalb der ausführenden Musiker*innen gibt es noch Spezialisierungen auf einzelne Teilbereiche wie z.B. der Alten Musik. Ich persönlich versuche in meiner Arbeit die Erfahrungen aus allen Bereichen meiner musikalischen Praxis zu verbinden und hoffe sehr, dass meine Stücke von meiner gelebten Praxis als Dirigent und Musiker im Chor und Orchester profitieren.
Darüber hinaus freue ich mich auch immer über „Entdeckungen“ jenseits des etablierten Repertoires der klassischen Musik. Ich habe jüngst ein Konzert gemacht, das den Fokus auf Musik von Komponistinnen gelegt hat und habe bei der Literaturrecherche sehr viel tolle Musik im Œuvre von Komponistinnen wie Florence Price, Amy Beach und Pauline und Louise Héritte Viardot kennen gelernt. Auch im Werk von Komponisten wie Charles Koechlin, Paul Juon oder Charles Valentin Alkan gibt es viel tolle Musik zu nennen.
Ihr bisher emotionalstes musikalisches Erlebnis:
Die erste Aufführung von Mahlers 2. Symphonie, bei der ich mitwirken durfte.
Wo arbeiten Sie am liebsten?
Tatsächlich am liebsten in aller Ruhe am Schreibtisch.
Woran arbeiten Sie derzeit?
Aktuell arbeite ich, wie meistens, an mehreren Projekten gleichzeitig. Für ein Mendelssohn-Programm mit geistlicher Chormusik schreibe ich aktuell Kammerorchesterfassungen mehrerer Werke. Für das Bundesjugendorchester eine neue Orchesterfassung der Wesendonck-Lieder von Wagner. Und für ein Chorprogramm mit Shakespeare-Vertonungen nächstes Jahr plane ich auch mehrere neue Chorstücke.
Wenn Sie nicht komponieren oder musizieren, dann…
… bin ich gerne in der freien Natur und entdecke auf Reisen die Kulturschätze anderswo.
Jan-Benjamin Homolka erhielt seine musikalische Ausbildung an der HDMK Stuttgart in den Studiengängen Schulmusik mit Leistungsfach Dirigieren, Horn und Musiktheorie, sowie Geschichte an der Universität Stuttgart. Er arbeitet als Dirigent und ist daneben ein gefragter Arrangeur. Aufträge für Arrangements erhielt er unter anderem von Opernhäusern Stuttgart, Aachen, Nancy und Dijon, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Bundesjugendorchester und dem Ensemble Hanke Brothers.







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