Musikalisch-literarische Adventsmusik
Ein „Concert spirituel“ mit ausgewählten Nummern aus dem eigentlich dreistündigen „Messiah“ macht aus diesem Universal-Oratorium ein maßgeschneidertes Pasticcio für die Adventszeit.
Ein „Concert spirituel“ mit ausgewählten Nummern aus dem eigentlich dreistündigen „Messiah“ macht aus diesem Universal-Oratorium ein maßgeschneidertes Pasticcio für die Adventszeit.
Georg Friedrich Händel ist der Schöpfer des englischen Oratoriums. Als er 1732 seine Esther als geistliches Drama ohne szenische Aktion erstmals auf die Bühne des Londoner King‘s Theatre brachte, begann eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Das Opernpublikum begeisterte sich so sehr für die neue Gattung, dass Händel, der nicht nur Komponist, sondern auch Theatermanager war, fortan mit Oratorien über biblische Stoffe seine Opernhäuser füllte. Den Messiah und später auch andere Oratorien zu karitativen Zwecken aufzuführen, war vor allem einer der Triebkräfte für die Entwicklung der großen Musikfeste, die seit dem frühen 18. Jahrhundert zunächst in Großbritannien und etwas später auch in Deutschland und anderen Ländern veranstaltet wurden.
Als Georg Friedrich Händel 1710 das erste Mal über den Ärmelkanal segelte, befand sich London in einem gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Bauboom veränderte das Stadtbild der mit fast 630.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Europas, der Finanzmarkt wuchs und erlebte den ersten Aktiencrash, die sozialen Gegensätze waren krass, aber ein einfacher Musiker konnte wie Händel als reicher Mann sterben. Inmitten des Trubels der heutigen Millionenstadt können wir uns noch heute auf einen Stadtspaziergang auf den Spuren Händels begeben.
Die Zeit, in der die genannten Werke entstanden, war eine sehr fruchtbare Phase in Händels Schaffen. Die Ode Alexander’s Feast komponierte Händel 1735/36, Israel in Egypt und Saul in den Jahren 1738/39, Messiah folgte 1741/42. Des Weiteren komponierte Händel in dieser Zeit nicht nur das Oratorium L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato (1740), sondern noch elf (!) Opern, darunter seine wohl bekannteste, Xerxes, und – als seine letzte Oper überhaupt – im Jahr 1741 Deidamia.
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