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Große Liebe und Bewunderung

Helmuth Rilling und das Brahms-Requiem

27.01.2022/0 Kommentare/in Persönlichkeiten, Chorwerke im Spotlight /von Helmuth Rilling

50 Jahre Carus – 50 Jahre Leidenschaft für die Chormusik, die wir mit Ihnen teilen. Im Carus-Jubiläumsjahr stellen prominente Chorleiter*innen jeden Monat im CARUS Blog ihr persönliches Highlight aus fünf Jahrhunderten Chormusik vor.

Als ich in den 1950er-Jahren mein erstes Konzert mit der neu entstandenen Gächinger Kantorei musizierte, wählte ich als Programm unter anderem A-cappella-Chöre von Johannes Brahms. Die Reaktion meines Chorleitungs-Professors war absolutes Entsetzen: „Das Repertoire mit dieser schwülstigen romantischen Musik, das wir endlich entfernt haben, bringen Sie zurück!“

Meine große Liebe und Bewunderung für die Musik von Johannes Brahms hat mich ein Leben lang begleitet. Speziell das Brahms-Requiem ist für mich eines der bedeutendsten und bewegendsten Stücke in der Musikgeschichte.

Ich habe es sehr oft aufgeführt. Mit unserem deutschen Chor und dem Israel Philharmonic Orchestra zum ersten Mal das Deutsche Requiem in Tel Aviv aufzuführen, wird mir unvergessen bleiben. Die kompositorische Anlage des Werks, die Textauswahl und die Deutung der Texte sind von überwältigender Meisterschaft. Ich gratuliere dem Carus-Verlag herzlichst zum 50. Geburtstag, und es ist mir eine ganz besondere Ehre, dass ich ein Buch über das Brahms-Requiem für den Carus-Verlag schreiben konnte.

Helmuth Rilling ist Dirigent, Lehrer und Botschafter Bachs in der ganzen Welt. Er gründete 1954 die Gächinger Kantorei, 1965 das Bach-Collegium Stuttgart, 1970 das Oregon Bach Festival und 1981 die Internationale Bachakademie Stuttgart, deren künstlerischer Leiter er bis 2012 war. Neben seiner intensiven Beschäftigung dem Werk Johann Sebastian Bachs hat Rilling zur Wiederentdeckung der romantischen Chormusik beigetragen und förderte durch Kompositionsaufträge die zeitgenössische Musik.

Johannes Brahms. Ein Deutsches Requiem
Carus 24.076

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem

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Originalfassung

Brahms‘ Deutsches Requiem zählt seit seiner ersten vollständigen Aufführung 1868 im Bremer Dom unbestritten zu den Schlüsselwerken der Oratoriengeschichte. Der Rang des Werks resultiert nicht nur aus seiner ungewöhnlich dichten musikalischen Faktur, sondern auch aus der originären Textidee.

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Bearbeitung für Kammerorchester (J. Linckelmann)

Die originale Orchesterfassung hat Brahms für einen Chor von über 200 Sängern konzipiert. Die meisten Aufführungen werden mit jedoch viel weniger Sängern realisiert, sodass es zu einem deutlichen Ungleichgewicht zu dem sehr stark besetzten Orchester kommt. Die vorliegende Bearbeitung für Kammerorchester entschärft diese Problematik und so können auch kleinere Chöre und Chöre mit begrenzten räumlichen oder finanziellen Möglichkeiten das beliebte Werk aufführen.

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Fassung für Klavier zu vier Händen

Bei dieser Ausgabe handelt sich um eine reine Instrumentalbearbeitung des Komponisten, mit der das Werk allein, ohne Singstimmen, vom Klavier in der Hausmusik aufgeführt werden kann. Die Singstimmen sind so eingearbeitet, dass sie sich in den Klaviersatz nahtlos einfügen oder auch durch Oktavierungen eine andere Farbe bekommen.

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carus music, the Choir Coach

Brahms‘ Deutsches Requiem zählt unbestritten zu den Schlüsselwerken der Oratoriengeschichte. Der Chor ist, als Stimme der Gemeinschaft, fast pausenlos Träger des musikalischen Geschehens. Brahms verbindet meisterhaft historische Satztechniken mit damals neuen Harmonien, die auch heute noch Chorsänger vor Herausforderungen stellen. 

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CD

Brahms‘ Deutsches Requiem zählt unbestritten zu den Schlüsselwerken der Oratoriengeschichte. Im Gegensatz zu vielen anderen Oratorien des 19. Jahrhunderts stellt Brahms den Chor, die Stimme der Gemeinschaft, ins Zentrum seiner überkonfessionellen Totenfeier. Wer wäre besser dafür geeignet, diese Stimme hörbar zu machen, als der stets durch überragende Intonation und Homogenität glänzende Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius?

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H. Rilling: Johannes Brahms. Ein Deutsches Requiem

Brahms‘ Deutsches Requiem hinterlässt bei Zuhörern wie Musizierenden einen tiefen Eindruck: Seine Emotionen berühren und ergreifen. Weit über den Musikgenuss jedoch ist spürbar, dass diese bewegende Musik Bedeutsames sagen will. Zum spontanen, gefühlsbetonten Erleben dieser Musik sollte intelligentes Hören treten, das die verschiedenen Schichten des Werks bewusst erfasst und auf ihren Sinn befragt.

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