• DE
  • EN
  • Shop
  • Über den Blog
  • Kontakt
  • Newsletter
Carus Verlag
  • Shop
  • Menü Menü
  • Kategorien
    • Chorpraxis
    • Persönlichkeiten
    • Chorwerke im Spotlight
    • Musikgeschichten
    • Singen mit Kindern & Jugendlichen
    • Lieblingsstücke
  • Suche
  • Performances

Anton Bruckners f-Moll-Messe

Monument der Sakralmusik

 

31.01.2025/0 Kommentare/in Chorwerke im Spotlight, Musikgeschichten /von Lorenz Adamer

Anton Bruckner vollendete seine f-Moll-Messe am 9. September 1868. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Messvertonungen des 19. Jahrhunderts. Es stellt einige Herausforderungen an die Ausführenden und bezeugt zugleich Bruckners visionäres Denken. Die Entstehungsgeschichte der Messe ist von vielen Hürden geprägt: Kontroversen, Verzögerungen und immer wieder neue Überarbeitungen kennzeichnen den Weg zu ihrer Fertigstellung. Besonders die Schwierigkeiten während der Probenphase verdeutlichten die Diskrepanz zwischen Bruckners Vision und den musikalisch-praktischen Herausforderungen. 

Die Entstehung der f-Moll-Messe

Der oberösterreichische Komponist begann 1867 mit der Arbeit an seiner f-Moll-Messe, nachdem der Wiener Hofkapellmeister Johann Herbeck, begeistert von seiner d-Moll-Messe, ihn mit der Komposition beauftragte. Diese Messe ist Bruckners dritte große Messkomposition und spiegelt seine charakteristischen kompositorischen Merkmale wider: ein tiefes Gespür für Klangfarben, komplexe Harmonien und sinfonische Struktur.

Das Werk ist Anton Ritter Imhof von Geißlinghof gewidmet, einem wichtigen Förderer Bruckners im Oberhofmeisteramt. In einem Brief an seinen Widmungsträger betonte Bruckner, dass er sich bei dieser Messkomposition „die höchste Mühe“ gebe. Anekdotenhaft wird in den frühen Biografien Bruckners auf seine spirituellen Eingebungen hingewiesen – so soll ihm etwa die Idee zum Benedictus während der Weihnachtsnacht gekommen sein.

Blickt man auf den biografischen Kontext dieser Zeit, so stellt die Vollendung der f-Moll-Messe im September 1868 jedenfalls einen wichtigen Meilenstein in Bruckners Leben dar: Nach einem Nervenzusammenbruch und einer Kur in Bad Kreuzen erhielt er 1868 endlich eine Anstellung am Konservatorium (als Nachfolger seines Lehrers Simon Sechter; den Vertrag über die Anstellung hatte Bruckner am 6. Juli des Jahres erhalten) und wurde zudem Hoforganist.

Die frühen Aufführungen in Wien: Herausforderungen und Triumph

Nach der Fertigstellung der Komposition kam es allerdings nicht sofort zur Uraufführung der Messe, weil es künstlerische Missverständnisse und erhebliche Probleme in den ersten Probenphasen Ende 1868 und Anfang 1869 gab: Alle Beteiligten waren vermutlich aufgrund der komplexen Harmonien, der langen Chorfugen sowie der großen Besetzung überfordert.

Die genauen Umstände und Gründe sind nur anekdotisch in der frühen Biografie von August Göllerich (Bd. IV/1, S. 78 und 200) überliefert: Der Hofkapellmeister Herbeck habe die Messe nicht aufführen können, da diese „zu lang und unsingbar“ sei. Zudem habe er Bruckner mit der Bemerkung konfrontiert: „Bruckner, Sie wissen, dass Wagner mit seinem Tristan und ich mich mit meiner B-Dur-Symphonie geirrt haben, können Sie nicht zugeben, dass auch Sie sich mit dieser Messe verrechnet oder doch geirrt haben?“ (Göllerich, Bd. IV/1, S. 79).

Bruckner (1868)
© Stadtmuseum Linz, wiki-commons Info Info

Anton Bruckner, 1868

f-Moll-Messe

Anton Bruckner
Messe f-Moll
WAB 28
Carus 27.094/00

Bruckner war vermutlich enttäuscht und fühlte sich missverstanden, als sich die Uraufführung seiner Messe immer wieder verzögerte. Doch trotz dieser Rückschläge führten seine Hartnäckigkeit, mit der er kontinuierlich Änderungen vornahm, und seine künstlerische Entschlossenheit schließlich zum Erfolg. Fast vier Jahre nach den ersten, erfolgslosen Proben fand die Uraufführung der Messe am 16. Juni 1872 in der Wiener Augustinerkirche statt – unter der Leitung Bruckners. Alles wurde von ihm organisiert: Er engagierte den renommierten Chor und das Orchester der Wiener Hofoper und übernahm die finanziellen Kosten für die Aufführung. Diese 300 Gulden (Brief vom 23.6.1872), die er dafür bezahlte, waren ein beachtlicher Betrag – immerhin zweieinhalb Monatsgehälter für Bruckner!

Auch in der Wiener Hofburgkapelle wurde die Messe daraufhin aufgeführt. Die Morgenpost schrieb am 19.06.1872, dass die Messe an Beethovens Missa solemnis erinnere, aber auch „die Grundstudien beim formenreichen Bach nicht verläugnet“ und gleichzeitig von der „herrschenden Wagner-Richtung nicht frei“ sei. In der einen Tag später erschienenen Ausgabe der Zeitung Das Vaterland wurde sogar betont, dass „jeder feiner fühlende Geist von dem Werke ergriffen“ werde und dass man bereits bei den ersten Klängen des Kyrie „mit einem eigenthümlichen Geiste“ konfrontiert sei.

Wie oben bereits erwähnt, hat Bruckner schon gleich zu Beginn der ersten Proben 1868 begonnen, Änderungen an seinem Werk vorzunehmen, um Struktur und Klang zu optimieren – ein Überarbeitungsprozess, der sich dann mehr als 20 Jahre hinziehen sollte, bis zur Endfassung von 1893, die der Carus-Ausgabe zugrunde liegt (hrsg. von Felix Loy, Carus 27.094). Erst 1894 wurde die Messe schließlich bei Doblinger veröffentlicht – allerdings weist dieser Erstdruck viele, u. a. die Instrumentation betreffende Änderungen von Bruckners Schüler Josef Schalk auf, die nicht als vom Komponisten autorisiert angesehen werden können.

Aufführungspraxis heute: Herausforderungen und Chancen

Heute wird die f-Moll-Messe weltweit von Chören geschätzt und aufgeführt. Dennoch bleibt sie eine Herausforderung für jede Aufführung. Das Werk verlangt von den Ausführenden eine präzise Klangvorstellung für die Balance zwischen sakraler Innerlichkeit und sinfonischer Monumentalität.

Aufgrund der erforderlichen Besetzungsstärke können kleinere Chöre schnell an ihre Grenzen stoßen. Eine interessante Alternative zur Originalfassung ist daher die Bearbeitung des Werkes innerhalb der Reihe „Große Chorwerke in kleiner Besetzung“ (Carus 27.094/50). Dabei reduziert Joachim Linckelmann die Bläserstimmen von 15 auf nur sieben. Die Streicher bleiben in ihren Partien identisch mit dem Original, können aber in der Besetzungsstärke nun ebenfalls zurückgenommen werden. Die Vokalstimmen (Soli und Chor) sind von der Bearbeitung völlig unberührt, sodass aus den Klavierauszügen und Chorpartituren der Carus-Urtextausgabe gesungen werden kann. Dabei werden der sakrale Charakter und die komplexe Struktur der Messe bewahrt. Eine Übehilfe für Chorsänger*innen ist ebenfalls bei Carus verfügbar.

Kammerfassung - f-Moll-Messe

Anton Bruckner
Messe f-Moll
bearbeitet für Kammerorchester
von Joachim Linckelmann
Carus 27.094/50

Trotz aller Herausforderungen, welche sich mit der Aufführung der f-Moll-Messe für Interpret*innen und Publikum stellen, hat dieses Meisterwerk seinen festen Platz in der Musikgeschichte und wird auch zukünftige Generationen begeistern.

Lorenz Adamer
© Sven Cichowicz Info Info

Lorenz Adamer studierte an den Universitäten Wien (AT), Cremona/Pavia (ITA) und Tübingen Musikwissenschaft und Philosophie. Seit dem Sommer 2017 arbeitet er im Carus-Verlag, zuerst als Vertriebsassistenz und mittlerweile als Redakteur im Lektorat. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich Klarinette und singt gerne im Chor.

Weitere Werke von Anton Bruckner

Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

Chorbuch Bruckner. Geistliche Chormusik

Chorbuch BrucknerGroße Kunst auf engem Raum – die kleineren geistlichen Werke zeigen den Sinfoniker und Komponisten anspruchsvoller Orchestermessen von einer sehr persönlichen Seite. Neben den bekannten Motetten umfasst das Chorbuch auch kleinere Kirchenwerke wie kurze Messesätze a cappella oder mit Orgel, einfachere liturgische Gesänge und Hymnen, teils mit Orgel, gelegentlich mit Posaunen.

Zum Shop

Messe in e-Moll

e-Moll-Messe

1866 komponierte Anton Bruckner seine feierliche e-Moll-Messe, die er in den Jahren 1876–1882 noch einmal einer umfangreichen Revision unterzog. Unter den Messen Bruckners und auch seiner Zeitgenossen sticht das für eine Aufführung im Freien komponierte Werk schon aufgrund seiner Besetzung heraus. In ihr wird auf Streicher und Orgel zugunsten einer Begleitung allein durch „Harmoniemusik“ (Bläser) verzichtet.

Zum Shop

Missa solemnis

Missa solemnis

Bruckners Missa solemnis von 1854 überrascht mit einem deutlichen Bezug zur Wiener Klassik, lässt jedoch auch schon den späteren Bruckner erahnen. Die neue Urtextedition ermöglicht eine historisch fundierte Aufführung, mit moderaten Anforderungen an Chor und Solist*innen sowie klassischer Orchesterbesetzung.

Zum Shop
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns Ihren Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Unser Carus-Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Carus-Newsletter informiert!

Anmelden

Aufführungskalender

  • Peter Schindler / Babette Dieterich
    Zirkus Furioso. Ein Zirkusmusical für alle Kinder unter 100
    04.06.2026
  • Sebastian (Basti) Bund / Michael Sommer
    Der kleine Prinz. Singspiel nach Antoine de Saint-Exupéry
    06.06.2026
  • Peter Schindler
    Perpetuum mobile. Songs from the Codex Buranus
    06.06.2026
» Alle Aufführungen

Neueste Beiträge

  • Banner Koziej Mantra
    Zuzanna Koziej – Gāyatrī-Mantra03.06.2026 - 12:52
  • Banner Spohr Des Heilands letzte Stunden
    Louis Spohr: Des Heilands letzte Stunden05.03.2026 - 15:14
  • Elgar The Dream of Gerontius Banner
    Elgar best practice. The Dream of Gerontius18.02.2026 - 15:24
  • Beethoven 2027 Chor Banner
    Beethoven 2027 – Beethoven-Chöre21.01.2026 - 15:05

Beliebte Schlagwörter

#NeustartChor (8) Abschied (1) A capella (2) Aufführung (2) Bearbeitung (1) Bernius (1) Brahms (3) Bruckner (4) Burgmüller (1) Carus Jubiläum (3) Cherubini (2) chorissimo (3) Dirigenten (3) Dvorák (1) Fanny Hensel (1) Fauré (3) females featured (1) Französische Chormusik (5) Fux (1) Große Werke in kleiner Besetzung (1) Hasse (2) J. Bach (1) Jubiläum (9) Kantate (13) Komponisten (26) Komponistin (11) Kuula (1) Lieblingsschütz (10) Messe d-Moll (1) Missa solemnis (1) Musik und Informatik (2) Oper (7) Orchesterwerke (1) Praetorius (1) Puccini (6) Ravel (2) Scarlatti (1) Te Deum (2) Telemann (3) Verdi (2) Vierne (2) Vivaldi (1) Volkslied (2) W. F. Bach (1) Weihnachten (8)

Kategorien

  • Oper
  • Chorpraxis
  • Persönlichkeiten
  • Chorwerke im Spotlight
  • Musikgeschichten
  • Singen mit Kindern & Jugendlichen
  • Lieblingsstücke
  • Carus-Werkstatt

Beitragsarchiv

Informationen

Direkt zum Carus-Webshop
Datenschutz
Cookie-Erklärung
Impressum

Folgen Sie uns

  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • LinkedIn
  • Spotify

Kontaktinfos

Carus-Verlag GmbH & Co. KG
Sielminger Straße 51
70771 Leinfelden-Echterdingen

Telefon: +49 / 711-797 330-0
E-Mail Kundenservice: [email protected]
E-Mail Blog-Team: [email protected]

Link to: Orchestrale Pracht & opernhafte Melodik Link to: Orchestrale Pracht & opernhafte Melodik Orchestrale Pracht & opernhafte Melodik Link to: Die Lieder Fanny Hensels als Spiegel ihres Lebens Link to: Die Lieder Fanny Hensels als Spiegel ihres Lebens Die Lieder Fanny Hensels als Spiegel ihres Lebens
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen