• DE
  • EN
  • Shop
  • Über den Blog
  • Kontakt
  • Newsletter
Carus Verlag
  • Shop
  • Menü Menü
  • Kategorien
    • Chorpraxis
    • Persönlichkeiten
    • Chorwerke im Spotlight
    • Musikgeschichten
    • Singen mit Kindern & Jugendlichen
    • Lieblingsstücke
  • Suche
  • Performances

Mit den Ohren sehen und mit den Augen hören

Hans-Christoph Rademann dirigiert gerne die Schütz-Motette „Ich bin ein rechter Weinstock“.

01.06.2019/0 Kommentare/in Lieblingsstücke /von Hans-Christoph Rademann

Die Motette Ich bin ein rechter Weinstock aus der Geistlichen Chor-Music 1648 von Heinrich Schütz ist für den Dirigenten Hans-Christoph Rademann eine seiner liebsten Kompositionen. Wie in kaum einem anderen Werk kann man in dieser Motette lernen, mit den Ohren zu sehen und mit den Augen zu hören…

Unter der musikalischen Gesamtleitung von Hans-Christoph Rademann hat der Dresdner Kammerchor bei Carus die erste Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung vorgelegt. In diesem Monat ist die letzte CD der Gesamteinspielung erscheinen.

Die Motette „Ich bin ein rechter Weinstock“ aus der Geistlichen Chor-Music 1648 ist für mich eine der schönsten Kompositionen von Heinrich Schütz. Wie in kaum einem anderen Werk kann man in dieser Motette lernen, mit den Ohren zu sehen und mit den Augen zu hören. Diese Komposition sang ich schon im Dresdner Kreuzchor als zehnjähriger Knabe und begegnete ihr bis zum achtzehnten Lebensjahr immer wieder. Jedes Mal war ich tief berührt, wusste aber nicht warum. Es musste da ein Geheimnis geben. Später begegnete ich häufiger auch mal nur dem Text und sofort erklang in meinem Innersten diese mir vertraute Musik. Das innere Erklingen der Musik, ausgelöst durch Worte, finde ich sehr faszinierend.

Und eines Tages schloss sich mir dieses ‚Geheimnis‘ auf: In Radebeul bei Dresden hinter meinem Haus konnte ich täglich einen Weinberg betrachten und plötzlich sah ich in der Landschaft die Musik von Heinrich Schütz! Ich nahm die Terrassen und die kleinen Stufen, die die Terrassen verbinden, anders wahr und ich erkannte in dem Bild die Strukturen von Musik. Hier sah ich die mir vertraute Motette „Ich bin ein rechter Weinstock“.

Schütz schreibt einen Weinberg in die Partitur, mit terrassenförmigen Melodieverläufen und kleinen Motiv-Einheiten als Treppenstufen abwärts dazwischen. Und er komponiert Weinreben mit Achtelketten, die Tonstufen umspielen. Im Mittelteil, beim Text „wird er reinigen“, ist ein Dreiertakt komponiert. Das „ER“ als Zeichen für die Trinität wird mit der Zahl 3 symbolisiert. Wie überhaupt Zahlensymbolik eine wichtige Rolle spielt: Zu Beginn singen zwei Stimmen und deuten damit Christus aus, der sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30) und dennoch von Gott geschieden ist. Christus ist die Zwei der Dreieinigkeit. Grandioses geschieht schließlich bei der Textstelle „also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir“: hier formt Schütz aus Musik einen Leib, der aus verdichteten Stimmführungen besteht.

Es sind diese vielseitigen Bedeutungsebenen in den Partituren von Heinrich Schütz, die ich persönlich als echte Kostbarkeit empfinde. Sie erklären mir, was Musik ist und was sie auszudrücken vermag.
So habe ich mir selbst eine innere Schatztruhe angelegt, in der viele Werke dieser großen Musik ein Reservoir bilden, von dem ich zehren kann. Ganz zuoberst aber liegt die Mottete „Ich bin ein rechter Weinstock“, die ich am liebsten wieder und wieder dirigieren möchte, da sie immer wieder neu und frisch entsteht wie bei der ersten Begegnung im Dresdner Kreuzchor.

H.-C. Rademann

Hans-Christoph Rademann zählt zu den gefragtesten Chordirigenten und anerkanntesten Chorklangspezialisten weltweit. Wegweisend sind seine Konzerte und Einspielungen mit dem Dresdner Kammerchor und dem Dresdner Barockorchester, besonders der mitteldeutschen Musikschätze des 17. und 18. Jahrhunderts. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Hans-Christoph Rademann verwirklicht der Dresdner Kammerchor gemeinsam mit dem Carus-Verlag Stuttgart die erste Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung.

 
Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

Schütz: Geistliche Chor-Music 1648. Complete recording, Vol. 1 (Rademann)

Wenn es darum geht, die kompositorische Leistung von Heinrich Schütz zu würdigen, steht seine Kunst im Umgang mit Text und Sprache an erster Stelle. Auch die Geistliche Chor-Music, eines seiner zentralen Werke aus dem Jahr 1648, kennzeichnet die sorgfältig durchdachte musikalische Umsetzung von Textinhalten. In seinem ausführlichen Vorwort zu der Sammlung mit 29 fünf- bis siebenstimmigen Motetten stellte der Komponist diese als Vorbild für die Komposition ohne Basso continuo dar - aus Überzeugung, dass jeder junge Komponist "das rechte Fundament eines guten Contrapuncts" erwerben sollte.

Zum Shop

Schütz: Ich bin ein rechter Weinstock

mit singbarer englischer Übersetzung

Zum Shop

Stuttgarter Schütz-Ausgabe: Geistliche Chor-Music 1648 (Band 12)

Wenn es darum geht, die kompositorische Leistung von Heinrich Schütz zu würdigen, steht seine Kunst im Umgang mit Text und Sprache an erster Stelle. Auch die "Geistliche Chor-Music 1648", eine Sammlung von 29 Motetten für fünf- bis siebenstimmigen Chor und eines von Schütz' zentralen Werken, zeigt eine sorgfältig durchdachte musikalische Umsetzung von Textinhalten.

Zum Shop

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns Ihren Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Unser Carus-Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Carus-Newsletter informiert!

Anmelden

Aufführungskalender

  • Peter Schindler / Babette Dieterich
    Zirkus Furioso. Ein Zirkusmusical für alle Kinder unter 100
    04.06.2026
  • Sebastian (Basti) Bund / Michael Sommer
    Der kleine Prinz. Singspiel nach Antoine de Saint-Exupéry
    06.06.2026
  • Peter Schindler
    Perpetuum mobile. Songs from the Codex Buranus
    06.06.2026
» Alle Aufführungen

Neueste Beiträge

  • Banner Koziej Mantra
    Zuzanna Koziej – Gāyatrī-Mantra03.06.2026 - 12:52
  • Banner Spohr Des Heilands letzte Stunden
    Louis Spohr: Des Heilands letzte Stunden05.03.2026 - 15:14
  • Elgar The Dream of Gerontius Banner
    Elgar best practice. The Dream of Gerontius18.02.2026 - 15:24
  • Beethoven 2027 Chor Banner
    Beethoven 2027 – Beethoven-Chöre21.01.2026 - 15:05

Beliebte Schlagwörter

#NeustartChor (8) Abschied (1) A capella (2) Aufführung (2) Bearbeitung (1) Bernius (1) Brahms (3) Bruckner (4) Burgmüller (1) Carus Jubiläum (3) Cherubini (2) chorissimo (3) Dirigenten (3) Dvorák (1) Fanny Hensel (1) Fauré (3) females featured (1) Französische Chormusik (5) Fux (1) Große Werke in kleiner Besetzung (1) Hasse (2) J. Bach (1) Jubiläum (9) Kantate (13) Komponisten (26) Komponistin (11) Kuula (1) Lieblingsschütz (10) Messe d-Moll (1) Missa solemnis (1) Musik und Informatik (2) Oper (7) Orchesterwerke (1) Praetorius (1) Puccini (6) Ravel (2) Scarlatti (1) Te Deum (2) Telemann (3) Verdi (2) Vierne (2) Vivaldi (1) Volkslied (2) W. F. Bach (1) Weihnachten (8)

Kategorien

  • Oper
  • Chorpraxis
  • Persönlichkeiten
  • Chorwerke im Spotlight
  • Musikgeschichten
  • Singen mit Kindern & Jugendlichen
  • Lieblingsstücke
  • Carus-Werkstatt

Beitragsarchiv

Informationen

Direkt zum Carus-Webshop
Datenschutz
Cookie-Erklärung
Impressum

Folgen Sie uns

  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • LinkedIn
  • Spotify

Kontaktinfos

Carus-Verlag GmbH & Co. KG
Sielminger Straße 51
70771 Leinfelden-Echterdingen

Telefon: +49 / 711-797 330-0
E-Mail Kundenservice: [email protected]
E-Mail Blog-Team: [email protected]

Link to: Heinrich Schütz: Also hat Gott die Welt geliebt Link to: Heinrich Schütz: Also hat Gott die Welt geliebt Heinrich Schütz: Also hat Gott die Welt geliebt Link to: Heinrich Schütz: Sei gegrüßet, Maria SWV 333 Link to: Heinrich Schütz: Sei gegrüßet, Maria SWV 333 Heinrich Schütz: Sei gegrüßet, Maria SWV 333
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen