Schwartz

6 Fragen an Julia Schwartz

Ein Interview

Julia Schwartz komponiert in praktisch allen Gattungen, bei Carus sind bereits einige ihrer Kompositionen erschienen, von Wild Asters, über The Wind and the Weather bis hin zum Stabat Mater. Im Carus-Interview beantwortet sie sechs Fragen.

Ihre erste eigene Komposition:

Whispers of Heavenly Death, 5 Lieder zu Gedichten von Walt Whitman, 1993

Welche anderen Komponist*innen inspirieren Sie?

Unzählige, hier einige alphabetisch, eine unvollständige Liste: Ades, Bach, Bartok, Beach, Boulanger, Brahms, Gubaidulina, Mozart, Poulenc, Ravel, Stravinsky, Tailleferre, Verdi, Weill…

Ihr bisher emotionalstes musikalisches Erlebnis?

Ein frühes, da war ich 18 und im Sommermusiklager. Wir haben Verdis Requiem einstudiert, waren ca. 200 Sänger und sangen mit einem riesigen Orchester. Ich stand hinter der Basstrommel und das Dies Irae hat mich im Mark und Bein erschüttert. Es war emotional und körperlich zugleich!

Wo komponieren Sie am liebsten?

Mein musikalisches Material kann mich überall finden und ich notiere Tonfolgen oder Strukturideen, wo ich auch bin. Wenn ein neues Werk ansteht, schaue ich meine Notizen an und bringe erste Ideen auf Papier, manchmal komplett ungeordnet. Irgendwann verbinden sich die Fäden und ich kann anfangen zu komponieren. Am Liebsten zu Hause an meinem Pult.

Ihr aktuelles Kompositionsprojekt:

Es sind zwei: Einerseits habe ich kürzlich mit dem Theaterautoren Stephan Teuwissen eine Operette zu Ende gebracht. Es heisst Luzifers Leid und ist eine humorvolle, lustvolle Behandlung von Luzifers Sturz vom Himmel.

und

ein Auftragswerk für 9-köpfiges Ensemble (Streichquintett, Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott), welches im Sommer 2024 in Bolivien uraufgeführt wird und im Herbst danach in der Schweiz durch das Ensemble Le Pli.

Wenn Sie nicht komponieren oder musizieren, dann…

… lese ich, koche ich, fahre Fahrrad, übe Tango, ruhe mich aus (falls wirklich noch Zeit ist)….

The Wind and the Weather
Von Julia Schwartz
Carus 9.274/00

Stabat Mater
Von Julia Schwartz. 
Carus 7.801/00

CD Swiss Choral Music
CD umfasst u. a. auch Einspielungen von Wild Asters.
Carus 2.305/99

Julia Schwartz (*1963 in Columbus, Ohio) schloss 1985 beim Oberlin College Konservatorium mit dem Bachelor in Musik und Gesang ab. Weiter studierte sie Gesang und Musiktheorie privat in München und am Konservatorium und Musikhochschule in Zürich. Als eine in der klassischen Musik ausgebildete Sopranistin führt Julia nun hauptsächlich Chanson-Abende auf.

Verwandte Werke

Aya Sivan: Never too small

Die Komponistin und Singer-Songwriterin Aya Sivan hat Never too small im Stil einer schwungvollen Pop-Ballade komponiert. Mit dem Text animiert sie alle, eigenständig für Klima- und Umweltschutz einzutreten: Wir sind niemals zu klein, um etwas bewirken zu können! Die Thematik ist auf gefällige Art in Musik gesetzt und spricht sowohl Jugend- als auch Erwachsenenchöre an.

Tina Ternes: For our planet

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Lucia Birzer: Afterwards

afterwards Ein Text der US-amerikanischen Lyrikerin Sara Teasdale (1884–1933) bildet die Grundlage für die Komposition Afterwards der Chorleiterin und Komponistin Lucia Birzer. Das Gedicht There will come soft rains thematisiert eine Erde nach dem Ende der Menschheit. Für Lucia Birzer ist die Klimakatastrophe der Grund, das Gedicht zu vertonen. Musikalisch ist das Werk meditativ-nachdenklich gestaltet. Zu Beginn erzählen drei Solist*innen die Geschichte beinahe rezitativisch, der Chor verharrt atmosphärisch im Hintergrund. Dann übernimmt der Chor und führt die Handlung auf einen dramatischen Höhepunkt zu.

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