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Ein rituelles Drama

Sir John Eliot Gardiner über Monteverdis „Marienvesper“

01.04.2022/0 Kommentare/in Persönlichkeiten, Chorwerke im Spotlight /von John Eliot Gardiner

50 Jahre Carus – 50 Jahre Leidenschaft für die Chormusik, die wir mit Ihnen teilen. Im Carus-Jubiläumsjahr stellen prominente Chorleiter*innen jeden Monat im CARUS Blog ihr persönliches Highlight aus fünf Jahrhunderten Chormusik vor.

Monteverdis Marienvesper aus dem Jahre 1610 ist ein Meilenstein in der geistlichen Musik der letzten vierhundert Jahre. Was sie in einer Aufführung zum Leben erweckt, ist ihre Fähigkeit, Zeit und Raum, Dunkelheit und Licht heraufzubeschwören. Es gibt nur wenige Werke, die die Aufmerksamkeit des Publikums so sehr fesseln und dazu einladen, nicht nur zuzuhören und zuzusehen, sondern sich auf das rituelle Drama einzulassen und körperlich, geistig und emotional in seine Entfaltung einzutauchen. Ich kenne nichts Vergleichbares zu dieser herrlichen Mischung aus intimer und prachtvoller Musik.

Natürlich ließ Monteverdi auch stückweise Aufführungen seiner Psalmvertonungen, Hymnen, Lobgesängen und Solomotetten zu (und leitete sie möglicherweise selbst). Schließlich musste er seine Publikation von 1610 verkaufen und nur wenige potenzielle Käufer hatten Zugang zu den üppigen musikalischen Ressourcen, wie etwa der Markuskirche in Venedig.

Im Laufe der Jahre hatte ich jedoch immer weniger Bedenken, Monteverdis Vesper von 1610 als kohärentes „Werk“ zu betrachten – und zwar als das erste „magnum opus“ seiner Art: ein Werk, das den Maßstab für nachfolgende Werke setzte und sie alle bis zur Zeit von Bachs Passionen und der h-Moll-Messe in den Schatten stellte.

Sir John Eliot Gardiner ist eine internationale Führungspersönlichkeit im heutigen Musikleben. Seine Arbeit als künstlerischer Leiter des Monteverdi Choir, der English Baroque Soloists und des Orchestre Révolutionnaire et Romantique kennzeichnet ihn als eine zentrale Figur in der Neubelebung der Alten Musik und als ein Pionier der historisch informierten Aufführung.

Claudio Monteverdi. Vespero della Beata Vergine („Marienvesper“)
Carus 27.801

Claudio Monteverdie: Vespro della Beata Vergine

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Originalfassung

Kritische Ausgabe

Beruht auf allen erhaltenen Exemplaren des Drucks von 1610

Frühe handschriftliche Ergänzungen in den Druckexemplaren wurden bei der Edition berücksichtigt, jedoch nicht ungekennzeichnet übernommen

Wiedergabe der Fassungsvarianten zwischen Stimmen und Generalbasspartitur in Ossia-Systemen Beibehaltung der originalen Notenwerte und Tonhöhen

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Carus Choir Coach (Audio only)

Monteverdis Marienvesper gehört heute zu den Stücken, die ein Chorsänger unbedingt einmal gesungen haben will. Aber alleine das Notenlesen ist für einen eher am 18. und 19. Jahrhundert geschulten Chorsänger eine Herausforderung! Und auch in die Kirchentonarten, die Selbstständigkeit der einzelnen Stimmen u.v.a.m. muss man sich erst hineinfinden. Dann aber wird die Aufführung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Garantiert!

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CD

Wie kaum ein anderes Werk des 17. Jahrhunderts hat Monteverdis Marienvesper Eingang in die heutige Musikpraxis gefunden. Für die neue Carus-Einspielung konnten mit der Lautten Compagney Berlin und amarcord zwei internationale Spitzenensembles gewonnen werden. Eine der besten Barockformationen unserer Zeit trifft auf eine der besten Vokalformationen.

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carus music, the Choir Coach

Monteverdis Marienvesper gehört heute – wie Händels Messiah oder Bachs Passionen – zu den Stücken, die ein Chorsänger unbedingt einmal gesungen haben will. Aber alleine das Notenlesen ist für einen eher am 18. und 19. Jahrhundert geschulten Chorsänger eine Herausforderung! Und auch in die Kirchentonarten, die Selbstständigkeit der einzelnen Stimmen, die stark kontrastierenden Abschnitte u.v.a.m. muss man sich erst hineinfinden. Dann aber wird die Aufführung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Garantiert!

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