Der Meister des Engelsgesangs
César Franck und sein Oratorium „Les Béatitudes“
César Franck selbst begriff sein Oratorium Les Béatitudes (Die Seligpreisungen) als sein Hauptwerk. Eine „echte“ Uraufführung der Orchesterfassung mit über 250 Mitwirkenden ließ sich erst nach dem Tod des Komponisten im Jahr 1891 in Dijon realisieren. Sie wurde zu einem überwältigenden Erfolg, ebenso wie die Pariser Erstaufführung im März 1893.
Der Meister inmitten seiner Schüler: eine fingierte Momentaufnahme aus dem Pariser Conservatoire der 1870er/80er-Jahre auf einem Buchcover. Dem „Meister“ César Franck (1822–1890) kam im französischen Musikleben des ausgehenden 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle zu: als gefragter Organist, Pianist und Komponist, als Mitbegründer und Präsident der Société nationale de musique sowie als Professor für Orgel am renommierten Pariser Konservatorium, wo er eine ganze Generation bedeutender Musikerpersönlichkeiten nachhaltig prägte. Das Cover von „Accords perdus“ zeigt von links nach rechts eine Auswahl seiner Schüler: Charles Bordes (1863–1909), Alfred Bruneau (1857–1934), Emmanuel Chabrier (1841–1894), Vincent d’Indy (1851–1931), André Messager (1853–1929), Pierre de Bréville (1861–1949) und, für ein musikalisches Vergehen auf den Knien büßend, Ernest Chausson (1855–1899).
Karikatur von José Engel (1868–1937) auf dem Cover von „Accords perdus“ („Verlorene Akkorde“, aber auch „Verlorenes Einvernehmen“, erschienen 1898) des Musikkritikers Henry Gauthier-Villars (1859–1931), besser bekannt unter dem Pseudonym „Willy“.






















Vielleicht eine kleine historische Korrektur. Im Geburtsjahr 1822 gab es den Staat Belgien noch nicht. Lüttich -die Geburtsstadt des Komponisten- lag damals im Königreich der Vereinigten Niederlande, so dass Franck pro forma wahrscheinlich Niederländer war. Seine Mutter stammte aus Aachen ( damals freie Reichsstadt im Hl. Römischen Reich) der Vater gebürtig aus Lüttich ( damals Fürstbistum).